FDP-Fraktion informiert sich in Neckarau

Die FDP-Fraktion veranstaltete Mitte Oktober einen gut besuchten Stadtteilrundgang in Neckarau. Neben einem ersten Kennenlernen im Neckarauer Rathaus, besuchte die Gruppe die Station von CarSharing, die Haltestelle Friedrichstraße und das Polizeirevier am Rheingoldplatz.

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Die FDP-Fraktion stark vor Ort in Neckarau

Beim ersten Vor-Ort-Termin an der CarSharing-Station in der Rheingoldstraße 3, erklärte Herr Daniel Netter von Stadtmobil den Teilnehmern die Funktionsweise von CarSharing. Mitglieder können gegen eine geringe Gebühr Autos ausleihen – wenn gewünscht auch nur stundenweise. „Dieses Konzept ist eine ideale Ergänzung zum Angebot von Bus und Bahn und vermindert zusätzlich den Parkdruck in unseren Straßen. CarSharing ist ein Dienstleistungsmodell mit Zukunft“, ist sich FDP-Bezirksbeirat Felix Glaser sicher.

Bei der naheliegenden Haltestelle Friedrichstraße konnten sich Besucher des Rundgangs ein Bild von den Umbauplänen der Haltestelle machen, die neu ausgestaltet und optimiert werden soll. Herr Dmochowski, zuständig für Angebots- und Betriebsplanung bei den Rhein-Neckar-Verkehrsbetrieben, stand der Gruppe Rede und Antwort. „Die Haltestelle Friedrichstraße ist eine der meist frequentierten Haltestellen im Stadtgebiet und die Umbaupläne sind komplex. Da hilft ein Vor-Ort-Termin mit einem Experten der RNV, um sich die geplanten Maßnahmen besser vorstellen zu können. Uns liegt vor allem daran, dass die Verkehrsführung sowohl für den Straßenverkehr, als auch für die Fußgänger, verbessert wird“, erklärt FDP-Fraktionsvorsitzender Volker Beisel.

Beim Rundgang zum Polizeirevier Neckarau am Rheingoldplatz konnten die Teilnehmer auch die Situation für Gewerbetreibende in der Rheingoldstraße und in der Schulstraße in Augenschein nehmen. Diakon Manfred Froese machte darauf aufmerksam, dass die Investitionsrückstände in der Schulstraße auch den ansässigen Gewerbetreibenden zu schaffen machen. „Die Schulstraße muss attraktiver gestaltet werden, um das Zentrum von Neckarau insgesamt aufzuwerten“, betont die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dr. Elke Wormer.

Nachdem Polizeihauptkommissar Michael Eckenweber den Besuchern einen Überblick über die Sicherheitslage in Neckarau gegeben hat, fand der FDP-Stadtteilrundgang im restaurierten Badehaus des Vereins Geschichte Alt-Neckarau seinen Ausklang.

Offener Schlagabtausch über SED-Diktatur und Schießbefehl

In einem offenen Schlagabtausch verteidigte die FDP-Fraktion gegenüber dem Vorsitzenden des Vereins Geschichte Alt-Neckarau, Helmut Wetzel, ihre Position zur bildlichen Darstellung von Heinz Hoffmann im Rahmen einer Ausstellung des Vereins. Diese wurde in den öffentlich zugänglichen Besprechungsräumen des Rathauses Neckarau gezeigt. Heinz Hoffmann, geboren 1910 in Mannheim, wurde im März 1961 zum Armeegeneral der Deutschen Demokratischen Republik ernannt und erteilte am 6. Oktober 1961 dem „Kommando Grenze der Nationalen Volksarmee“ den so genannten Schießbefehl. Über 800 Flüchtlinge, die sich dem Terrorregime der SED-Diktatur entziehen wollten, fanden aufgrund des Befehls von Heinz Hoffmann zwischen 1961 und 1989 den gewaltsamen Tod.

In einem Schreiben an den Oberbürgermeister und an Herrn Wetzel hat die FDP bereits im Juli die Ausstellung kritisiert, die Heinz Hoffmann mit anderen bekannten Persönlichkeiten aus Neckerau, u.a. mit bedeutenden Sportlern wie Steffi Graf, in einem Raum zeigt. Aus Sicht der Liberalen ist die besondere historische Schuld von Heinz Hoffmann in der Darstellung seines Lebenslaufs nicht ausreichend kritisch aufgearbeitet gewesen, insbesondere wenn die Ausstellung überwiegend honorable und bedeutende Persönlichkeiten aus Neckarau zeigt. „Im Hinblick auf die hundertfachen Opfer und deren Familien und Freunde hat die FDP-Fraktion den Oberbürgermeister gebeten, das Bild von Heinz Hoffmann aus der Ausstellung entfernen zu lassen. Ein Vertreter einer Diktatur hat in einem demokratischen Rathaus keinen Platz“, erklärt abschließend der Fraktionschef Volker Beisel die Position der Liberalen.