
Bereits im März 2024 hat die FDP / MfM-Fraktion beantragt, bei Neu- und Umbauten in Mannheimer Schulen und KiTas standardmäßig Klimaanlagen vorzusehen. Dem steht jedoch die Energieleitlinie der Stadt Mannheim entgegen. Dazu Dr. Birgit Reinemund, Fraktionsvorsitzende: „Es ist absurd, wirksame Klimaanpassungen für vulnerable Gruppen wie Kinder und Senioren in Mannheim an einer veralteten Verwaltungsvorschrift scheitern zu lassen. Bei immer heißer werdenden Sommern wird offensichtlich: Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz. Die Verwaltung der heißesten Stadt Deutschlands muss schleunigst gegensteuern. Auch das Argument, Klimaanlagen seien klimaschädlich, greift längst nicht mehr: wenn die Sonne am stärksten scheint, stammt mittlerweile mehr als 75% des Stroms aus erneuerbaren Energien. Die Energieleitlinie aus dem Jahr 2011 muss dringend angepasst werden, um Klimaanlagen in städtischen Gebäuden zu ermöglichen, vor allem in Kitas, Schulen, Gesundheits- und Senioreneinrichtungen.“
„Wir erleben aktuell wieder hautnah, dass Hitze für gesundheitlich vorbelastete Menschen tödlich verlaufen kann, insbesondere für ältere Menschen. Klimaanlagen nachzurüsten ist teurer, als sie von Beginn an einzubauen. Somit ist ihr Einbau bei Neu- und Umbauten nicht nur gelebte Gesundheitsvorsorge, sondern auch langfristig wirtschaftlich. Nehmen wir also endlich auch die technische Anpassung an die Folgen des Klimawandels ernst“, so Dr. Reinemund.
Abiturprüfungen bei 33 Grad

Prof. Kathrin Kölbl, bildungspolitische Sprecherin, betont: „Selbst im etwas kühleren Juni 2025, als die Temperaturen nachts unter 20 Grad fielen, wurden im Ludwig-Frank-Gymnasium 33 Grad im Klassenzimmer gemessen. Auch in sieben weiteren Schulen stiegen die Temperaturen damals über 30 Grad. Gerade jetzt finden mündliche Abiturprüfungen statt. Bei 33 Grad und mehr im Klassenzimmer können wir keine kognitiven Höchstleistungen erwarten.
Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsgrundschulen können die Kinder nicht mehr bei Hitze aus der garantierten Betreuung nach Hause geschickt werden. Umso wichtiger ist es, die Räume auch für Extremtemperaturen gut zu klimatisieren. Bei über 30 Grad reicht passiver Hitzeschutz (Beschattung und Isolierung) nicht mehr aus.
Schaffen wir endlich die Rahmenbedingungen für weltbeste Bildung und erlauben den Einbau von Klimaanlagen!“