General lobt das Mannheimer Job-Center


In einem Punkt bezog der Gast nach dem knapp zweistündigen Besuch Position. Die Job- Center müssen der kommunalen Hand übergeben werden. „Es kann doch nicht sinnvoll sein die Verfassung zu ändern, nur weil eine Regelung verfassungswidrig ist. Sinnvollerweise ändert man die Regelung“, machte Dirk Niebel im Gespräch deutlich. Hierbei verwies er auch ganz klar auf die Erfolge der Mannheimer ARGE. „Ihr Haus hat eine wirklich außerordentlich interessante Erfolgsbilanz – da fühle ich mich in unseren politischen Forderungen bestätigt, dass wir genau dahin kommen müssen, wo Sie bereits stehen“, lobte er das Job-Center. 



Zuvor hatte sich der FDP-Generalsekretär die Besonderheiten des Mannheimer Job-Center bei einem Rundgang durchs Haus von den beiden Geschäftsführern, Ulrich Manz und Hermann Genz, ganz genau erläutern lassen. Und die Fragen, die er stellt, haben es in sich. Niebel hat nach seinem Studium des Verwaltungswesens an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Mannheim, fünf Jahre als Arbeitsvermittler gearbeitet und kennt sich aus.

Besonders beeindruckt ist er von der positiven Entwicklung der Jugend,- und Langzeitarbeitslosigkeit in Mannheim. Anfang 2005 waren noch 1.200 unter 25-Jährige ohne Arbeit, heute sind es noch 57. Auch konnte die Zahl der Langzeitarbeitslosen zwischen September 2006 und heute halbiert werden. „Diese Reduzierung ist wirklich auch im Bundesvergleich eine absolute Ausnahmeerscheinung“, bemerkt Niebel beeindruckt und will ganz genau wissen, wie das in Mannheim gelingen konnte. Der kommunale Geschäftsführer Hermann Genz hat darauf eine ganz einfache Antwort: „In punkto Jugendarbeitslosigkeit war das eigentlich ganz simpel. Die haben wir ausschließlich über Aktivierung und das Prinzip „Fürs Nichtstun gibt’s auch nichts“  in den Griff bekommen“, resümiert Hermann Genz. „Und gegen die Langzeitarbeitslosigkeit helfen unser 50plus-Projekt, das vom Bund gefördert wird, sowie unser JobBörsen-Programm“, wirft Geschäftsführer Ulrich Manz ein. „Der Vorortkontakt der Vermittler zu den Arbeitgebern direkt in den Stadtteilen macht den Erfolg der JobBörsen aus. Dort gibt es keinen Papierdschungel mit langen Wartezeiten und unverständlichen Instrumenten, sondern wir vermitteln dort schnell und unbürokratisch zwischen Arbeitsuchenden und Arbeitgebern. Darüber hinaus erweisen sich die JobBörsen als taugliches Kriseninstrument“, so Manz. „Sie müssen also Kunden und Arbeitgeber nerven, bei neuen Ideen einen langen Atem haben und Verwaltungsstrukturen im Sinne von «make ist simple« aufbauen, dann kommt auch der Erfolg. Das könnte eine gute Richtschnur für den künftigen Arbeitsmarkt sein“, bringt Niebel die Antworten abschließend auf den Punkt. 

PM: ARGE Job-Center Mannheim