
Aufgrund gesunkener Geburtenrate stoppt die Stadt Mannheim den geplanten Ausbau der Kindertagesstätten. Dazu Dr. Birgit Reinemund, Fraktionsvorsitzende der FDP / MfM-Fraktion: „Wir stellen in Frage, ob der Kita-Ausbau generell gestoppt werden kann. Die Versorgung mit Betreuungsplätzen ist noch nicht in jedem Stadtteil gewährleistet. Sparen ist kein Selbstzweck: Es gilt, Prioritäten zu setzen. Dazu gehört die gute Versorgung der Kinder. Auch wenn die Geburtenzahlen stadtweit sinken, zeigt die Erfahrung, dass besonders in neuen Stadtbezirken vermehrt junge Familien zuziehen und der reale Bedarf stehts höher war als die Prognose, so z.B. in Franklin. Wir fordern daher eine stadtteilspezifische Betrachtung. Auch ist es unredlich, erst die Kosten für Kinderbetreuung zu erhöhen und dann aufgrund gesunkener Nachfrage den Ausbau zu stoppen. Gerade im Krippenbereich geht die Nachfrage auch zurück, weil sich die Eltern den Krippenplatz einfach nicht mehr leisten können. Eltern kehren später aus der Elternzeit zurück an den Arbeitsplatz oder reduzieren Ihre Arbeitszeit, ein Nachteil für den Wirtschaftsstandort Mannheim. “

Auch die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, Prof. Kathrin Kölbl, erinnert an frühere Leitlinien: „Nur weil es stadtweit theoretisch genug Plätze gäbe, heißt das noch lange nicht, dass alle Kinder versorgt sind. Kurze Beine brauchen kurze Wege, sprich ein wohnortnahes Betreuungsangebot. Wir haben auch mittelfristig nicht in jedem Stadtteil genug Plätze. Dabei ist es auch für die Entwicklung der Kinder wichtig, dass sie bereits im Kindergarten Freundschaften mit Kindern schließen können, mit denen sie dann auch eingeschult werden. Das erleichtert ihnen den Übergang sehr. Ein KiTa-Platz für jedes Kind, möglichst wohnortnah und damit auch in ihren Schulbezirken, sollte auch bei schwieriger Haushaltslage unser Ziel bleiben!“